Wissenstransfer Ammoniak

Reduktion der Ammoniakverluste aus der Landwirtschaft

Das Projekt

Ausgangslage

21 Kantone haben im Rahmen von Ressourcenprojekten beträchtliche Fortschritte erzielt bei der Reduktion der Ammoniakemissionen bei der Hofdünger-Ausbringung (Schleppschlauch) und zum Teil auch bei der Güllelagerung (Abdeckung von Güllegruben).
Bauliche Massnahmen im Stall wurden jedoch trotz Umsetzungsempfehlungen durch Bund, Forschung und kantonalen Behörden und trotz verfügbarer Fördergelder kaum umgesetzt.
Rund ein Drittel der Ammoniakemissionen aus der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung entstehen im Stall und Laufhof.
Laut Umweltzielen Landwirtschaft sollen die Ammoniakemissionen auf 25‘000 t pro Jahr reduziert werden. Ohne weitere Anstrengungen bei allen Tierkategorien und auf allen Emissionsstufen kann das Ziel nicht erreicht werden. Bei baulichen Massnahmen sind die Umsetzungsdefizite besonders hoch.

Nadelöhre Praxisbeispiele und Wissenstransfer

Weder Landwirtschaftsbetriebe noch Stallbau- und Einrichtungsfirmen noch kantonale Beratungsdienste wagen es, ammoniakfreundliche Stallsysteme zu empfehlen, für deren Praxistauglichkeit sie nicht „die Hand ins Feuer legen können“. Denn es gibt kaum schlechtere Werbung als ein Bauherr, der sich Jahrzehntelang mit einem unbefriedigenden System plagen muss.
Trotz grosser Forschungs- und Umsetzungsbemühungen hat sich bis heute keine einzige bauliche Massnahme in der Praxis breit durchgesetzt, schon gar nicht beim Rindvieh, das über 75% der Gesamtemissionen verursacht. Der Wissenstransfer muss beschleunigt werden, es darf nicht mehr Jahrzehnte dauern, bis sich fachlich unbestrittene bauliche Massnahmen in der Praxis etablieren.

Ziele Projekt „Wissenstransfer Ammoniak- Transfert de connaissances Ammoniac“

Oberziel:
Der Wissenstransfer zur Reduktion von Ammoniakverlusten aus der Landwirtschaft mit besonderem Fokus auf bauliche Massnahmen wird beschleunigt.

Projektziele:

  1. Die relevanten Akteure sind auf einem einheitlichen Stand bezüglich empfohlenen Massnahmen und Instrumenten, deren Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeit.
  2. Aktuelles Praxis-, Erfahrungs- und Umsetzungswissen innovativer Betriebe wird aufbereitet und allen Interessierten zur Verfügung gestellt (lernen von Pionieren aus der Praxis).
  3. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch unter relevanten Akteuren wird initiiert und intensiviert.

Projektdauer und Projektorganisation

Projektdauer:   2016 Errichtungsphase, 2017 bis 2020 Umsetzungsphase

Projektleitung: AGRIDEA (Michel Fischler) und Agrofutura AG (Annelies Uebersax, Sibille Jenni)

Begleitgruppe: Diese ist identisch mit der Arbeitsgruppe Stall und Ammoniak des BLW und besteht aus Vertretungen von BAFU, BLW, kantonalen Landwirtschafts- und Umweltschutzämtern, Landwirtschaft und Baubranche, Forschung.

Experten:        Insbesondere aus der Forschung: Beizug Experten nach Bedarf

Das Projekt wird finanziert durch

Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)
Bundesamt für Umwelt (BAFU)

22 Kantone und das Fürstentum Liechtenstein unterstützen das Projekt:
Kantonale Umweltschutzämter: AG, AI, AR, BE, BS, BL, FR, GL, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, TI, UR, ZG, ZH, Fürstentum Liechtenstein
Kantonale Landwirtschaftsämter: AR, FR, GL, GR, JU, LU, NW, OW, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH