Wissenstransfer Ammoniak

Reduktion der Ammoniakverluste aus der Landwirtschaft

 

Weiterbildungskurs für Baufachleute 8./9. Nov. 2016

Aktuelles zum Thema Ammoniak in Laufställen, Zusammenfassung der Referate

Planbefestigte Laufflächen mit Gefälle und Harnsammelrinne I (S. Schrade, Agroscope)

Es wurden Ergebnisse aus dem Emissionsversuchsstall in Tänikon präsentiert. Ausgangslage war ein Liegeboxenstall mit zwei Versuchbereichen für je 20 laktierende Kühe und getrennten Güllesystemen. Ein Versuchsbereich verfügte über kein Gefälle im Laufbereich, in der anderen Hälfte des Stalles betrug die Neigung der Laufflächen 3% und eine Harnsammelrinne mit Rinnenräumer war vorhanden. Es wurden Resultate einer Wintervariante präsentiert. Die Kühe blieben drinnen (kein Laufhof) und der Entmistungsschieber lief täglich 12 Mal. Es wurden rund um die Uhr CH4, CO2 und NH3-Konzentrationen erfasst und die Laufflächen vor dem Entmisten 3 Mal täglich bonitiert (8.12.2015 – 12.12.2015).

Fazit und Ausblick:

  • Herdendaten: Geringe Unterschiede zwischen den beiden Gruppen (Grundfutteraufnahme, Lebendmasse, Milchleistung, Harnstoffgehalt Milch)- CH4, CO2 und NH3-Konzentrationen konnten plausibel erfasst werden (Tagesverläufe mit Ereignissen wie Melkzeiten sind erkennbar).
  • Erste vorläufige Emissionsberechnung: ca. 20% NH3-Minderung bei Laufflächen mit Gefälle im Vergleich zu Laufflächen ohne Gefälle!
  • Ausblick: Es werden weitere Parameter und Jahreszeiten ausgewertet (statistisch über alle Jahreszeiten und Varianten).

Zwei weitere Referate mit Bezug zu Entmistungstechnik ergänzen die Referate von Sabine Schrade und Michael Zähner:

Planung und Ausführung der Entmistungstechnik (Beat Steiner, Agroscope)

Entmistungsschieber im Milchvieh-Laufstall: Für Kühe ein Problem? (Katharina Friedli, BLV)

Mehr Informationen dazu und zum Referat von Michale Zähner finden Sie auf der Website zum Weiterbildungskurs für Baufachleute.

Planbefestigte Laufflächen mit Gefälle und Harnsammelrinne II (M. Zähner, Agroscope)

Im  Emissionsversuchsstall in Tänikon und bei Praxisbetrieben wurde genauer untersucht, ob Milchkühe im Stall auf Laufflächen mit Gefälle vermehrt ausrutschen. Als möglicher Grund wurde vermutet, dass sich im Sommer durch das schnelle Abfliessen von Harn vermehrt Schmierschichten bilden. Zudem wurden die Mehrkosten beim Bau und Betrieb bei Laufflächen mit Gefälle und Harnsammelrinne zusammengestellt.

Fazit: Gefälle und Anzahl Entmistungsdurchgänge (3 x oder 12 x)  scheinen in der untersuchten Situation keinen Einfluss auf Häufigkeit des Ausrutschens zu haben. Das Ausrutschen beim Gehen steht im Zusammenhang mit der Reinigungsqualität, bzw. Sauberkeit der Laufflächen (Bildung einer Schmierschicht, wenn häufiger gereinigt wird). Im Sommer rutschen die Tiere vermehrt aus (Jahreszeiteffekt). -> Die Reinigungsqualität muss optimiert werden! Z.B. durch gezieltes Befeuchten der Laufflächen. Bei einem weiteren Versuch verglich Agroscope die Rutschfestigkeit von geneigten Laufflächen mit und ohne Befeuchten (Befeuchten einmal am Morgen). Es zeigte sich, dass in diesem Fall bereits einmaliges Befeuchten der Laufflächen ausreicht, um eine deutliche Verbesserung der Rutschfestigkeit zu erzielen.

Zahlen: Die Mehrkosten für den Bau eines Laufstalls mit Harnsammelrinne und Laufgängen mit Quergefälle wurden berechnet. Bei 60 Kühen betrugen die Mehrkosten gemäss Modellrechnung Fr. 28‘000.- (oder Fr. 467.- pro Kuh, 281.- pro m Laufgang, 95.- pro m2 Laufgangfläche). Bei einem anderen Stallgrundriss mit weniger langen Laufgängen können die Kosten deutlich reduziert werden. Diese wären für 60 Kühe Fr. 20‘000.- (oder Fr. 333.- pro Kuh, 294.- pro m Laufgang, 100.- pro m2 Laufgangfläche).